Pleiten Pech und Pannen

von | 24.03.2019 | Gedankenbuch, Wenn plötzlich alles anders ist | 0 Kommentare

Freitag war ich ja zur ersten Bestrahlung. Zwei Tage vorher zum CT, um den Bestrahlungsplan zu erstellen. Unter der Bestrahlungsplanung versteht man im Rahmen der Strahlentherapie die Ausarbeitung eines individuellen Plans zur Eingrenzung des Tumors und der gleichzeitigen Schonung des gesunden Gewebes.
Am Folgetag sollte dann der Plan erstellt werden und Freitag ab in den Strahler und nach 10 Minuten sollte alles fertig sein. Soviel zu Theorie. Aber es können immer Fehler passieren – wir sind alle nur Menschen. In der Realität sah es dann leider wie folgt aus:

9:30 Uhr war ich vor Ort und wurde vor Raum LB6 platziert. Nach gut einer Std. kam dann ein Arzt zu mir der sich Wort- und Gestenreich entschuldigte. Es wurde wohl vergessen einen Bestrahlungsplan zu erstellen und es würde jetzt grade gemacht und solle doch noch ein wenig Geduld haben.

11:30 Uhr „Jetzt geht’s gleich los Hr. Klug-Offermann“ hörte ich, während ich leicht am linken Mundwinkel sabbernd vor mich hindöste. „Ja, is‘ klar“ dachte ich und schlummerte und sabberte leicht weiter.

12:00 Uhr und los geht’s nach nur zweieinhalb Stunden Wartezeit. Und jetzt wurde es richtig blöd – oder um mal Tacheles zu sprechen: Es wurde mal so richtig scheiße. Wie sich herausstellte musste der rechte Arm in genau der Position gehalten werden, in der er am meisten schmerzt. Also so richtig Schmerzen verursacht. Nach oben hinten muss der Arm. Und das für geschlagene 10 Minuten, Es war der pure Horror. Nach 5 Minuten war ich schweißgebadet und alles zitterte. Nach weiteren 5 Minuten konnte ich nur noch schreien. Aber es hat funktioniert. So kann, dass aber jetzt nicht die nächsten 17-mal ablaufen. Also nochmal mit den Ärzten gesprochen und eine Morphium-Akut-Medikamentation für die Bestrahlung erstellt.
Warum das so scheiße weh tut ist relativ einfach erklärt. Es werden bei meiner Bestrahlung zwei Baustellen versorgt. Die erste Baustelle sind die verdammten Lymphknoten, die sich angesammelt haben und genau von oben auf die Metastasen des Schultergelenks drücken und damit diesen fiesen Schmerz verursachen. Wenn dann der Arm noch nach hinten-oben gehalten werden muss, dann drücken die Knoten aber mal direkt auf die Metastasen und das tut einfach weh – Punkt um.

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Mein Krebs-Gedankenbuch

#fuckcancer

Die Meisten haben es ja schon mitbekommen. Ich habe Krebs. Lungenkrebs, kleinzellig und aggressiv.

Ich habe mich nun endgültig dazu entschlossen, offen mit dem Thema um zu gehen. Ich möchte, dass diejenigen, die es wissen möchten, nicht über Dritte oder Buschfunk mit „Informationen“ versorgt werden.

Hier auf meiner Homepage werde ich von nun an mehr oder weniger Regelmäßig berichten, was ich erlebe und wie ich es erlebe. Somit kann dann jeder selbst entscheiden, ob er teilhaben möchte oder nicht. Die reinen Fakten, meine Gedanken und Gefühle, Reaktionen von Freunden, Bekannten und Verwandten und Geschichten, die mir in dieser Zeit über den Weg laufen. Ich werde auch nicht rein chronologisch vorgehen. Es wird Rückblenden und Erinnerungen geben, die sich irgendwann im Laufe der Zeit und zum Thema ereigneten.

(Das Bild ist von CP Malek und ich liebe es und es passt zu mir)


Wer möchte, kann mir auch gerne schreiben.
Digital an: jko@jko-artworx.de 

Oder (ich liebe es) gerne auch noch mit der wunderbar altmodischen Post:

Jan Klug-Offermann
Louis-Goos-Str. 6
74889 Sinsheim

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