Seelenfeuer

von | 23.11.2018 | Artists, Artworx, Dirty Girl, Fotografie und Kunst, Gedanken

Vorwort 

Es geschieht immer wieder einmal, dass Frauen zu mir kommen, weil Sie meine Bilder gesehen, meine Texte gelesen haben. Diese Frauen kommen, weil sie etwas zu verarbeiten haben. Weil sie mir zutrauen, Ihre geheimen, ihre versteckten, ihre unterdrückten Emotionen mit meinen Bildern Ausdruck zu verleihen.

Ich empfinde es als Privileg, von diesen Frauen erwählt worden zu sein. Erwählt Ihr Seelenleben in Bildern festzuhalten. Und ich bin dankbar! Dankbar, dass sie es mir zutrauen und dass ich die Bilder mit Ihnen zusammen entstehen lassen kann.

Miriam ist so ein Fall. Sie wollte diese Bilder – facettenreich und grundlegend unterschiedlich. Sie erzählte mir von Ihrem bisherigen Leben, den Zweifeln und dem Selbsthass der ihr eingepflanzt wurde. Das alles wollte Sie in Ihren Bildern zeigen – Schwäche, Stärke, Leid, Fraulichkeit, Selbstzweifel und Befreiung. Und nicht nur das. Nein – nach unserer zweiten Session schrieb Sie Ihre Gedanken dazu nieder und schickte mir Ihren berührenden und ehrlichen Text.

Diesen, Ihren Text und unsere gemeinsamen Bilder dazu möchte ich Euch unbedingt zeigen und Miriam damit Danke sagen!

Seelenfeuer

Ruhig ist sie geworden.

Um Erwartungen zu erfüllen, nicht aufzufallen,

die abwertenden Blicke zu vermeiden.

Die Frau in sich komplett vergraben,

lebt sie ihr Leben angepasst an das was gesehen werden will.

Wissend, dass das Feuer, das in ihr brennt,

nicht gern gesehen ist in ihrem Alltag als Mutter, Ehefrau.

Dass es falsch gewertet wird sobald es an die Oberfläche dringt,

dass es diese Blicke hervorruft, dieses Tuscheln,

das Ausgeschlossenheit nach sich zieht.

Aber manchmal schweifen ihre Gedanken ab,

denn sie spürt es lodern, fordernd, nicht zu ignorieren.

Es ist in ihr, will sich zeigen.

Ihre Wildheit, Weiblichkeit und Stärke.

Es will leuchten, will einen Platz in ihrem Leben.

Und nach und nach hört sie auf das Drängen,

beginnt zu ahnen wer sie ist und zu erkennen,

dass ihr Weg zu sich selbst in die Freiheit führt.

Zaghaft geht sie erste Schritte, zeigt sich, provoziert.

Bricht Grenzen auf und wagt sich in ein neues Leben.

Fühlt sich stärker, wild und frei.

Beginnt, die Blicke zu genießen statt zu fürchten,

denn hinter dem Vorhang aus Verachtung

verbirgt sich doch bloß Neid und tiefstes Sehnen.

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