Wenn plötzlich alles anders ist

von | 04.02.2019 | Gedankenbuch, Wenn plötzlich alles anders ist | 0 Kommentare

Mein Krebs-Gedankenbuch
#fuckcancer

Die Meisten haben es ja schon mitbekommen. Ich habe Krebs. Lungenkrebs, kleinzellig und aggressiv.

Ich habe mich nun endgültig dazu entschlossen, offen mit dem Thema um zu gehen. Ich möchte, dass diejenigen, die es wissen möchten, nicht über Dritte oder Buschfunk mit „Informationen“ versorgt werden.

Hier auf meiner Homepage werde ich von nun an mehr oder weniger Regelmäßig berichten, was ich erlebe und wie ich es erlebe. Somit kann dann jeder selbst entscheiden, ob er teilhaben möchte oder nicht. Die reinen Fakten, meine Gedanken und Gefühle, Reaktionen von Freunden, Bekannten und Verwandten und Geschichten, die mir in dieser Zeit über den Weg laufen. Ich werde auch nicht rein chronologisch vorgehen. Es wird Rückblenden und Erinnerungen geben, die sich irgendwann im Laufe der Zeit und zum Thema ereigneten.

(Das Bild ist von CP Malek und ich liebe es und es passt zu mir)


Wer möchte, kann mir auch gerne schreiben.
Digital an: jko@jko-artworx.de 

Oder (ich liebe es) gerne auch analog, mit der wunderbar altmodischen Post:

Jan Klug-Offermann
Louis-Goos-Str. 6
74889 Sinsheim

Rückblende 04. Januar 2019, Klinikum Sinsheim (Innere)

Anfang des Jahres ging ich zum Arzt, da ich neben einer Erkältung auch Schmerzen im rechten Arm und der rechten Schulter hatte. Mein Hausarzt erstellte ein großes Blutbild und zumindest ich dachte zunächst an nichts Böses. Aber das sollte sich sehr bald ändern. Freitag nachmittags stand dann plötzlich mein Hausarzt vor der Tür und bat mich sofort ins Krankenhaus nach Sinsheim zu fahren, um mich untersuchen zu lassen.

Zunächst sollte untersucht werden, ob ich eine Lungenentzündung hätte und wurde geröntgt. Es stellte sich heraus, dass ich nicht nur eine Lungenentzündung hatte, sondern auch zwei angebrochene Rippen – wohl durch den eigenen heftigen Husten verursacht. Und dann war da noch dieser Schatten, von dem mir zunächst niemand etwas sagte. Es hieß dann lediglich, wir machen noch ein CT mit Kontrastmittel, um Röntgen zu bestätigen.

Da ich bereits einige Stunden in der Notaufnahme hin- und hergeschoben wurde, wunderte ich mich nicht, dass ich nach der CT in einem kleinen Behandlungsraum eine neue Ruhestätte fand. Ich wunderte mich zwar ein wenig über das CT, aber dachte mir „die sind halt einfach gründlich“ und wartete auf das Ergebnis.
Irgendwie musste ich an den Film „Das Beste kommt zum Schluss“ mit Jack Nicholson und Morgan Freeman denken.

Kurzer Blick in die Handlung: Das Beste kommt zum Schluss

Ich kann nicht mehr sagen warum und wieso – ich musste einfach an diesen Film denken und als dann endlich ein Arzt ins Zimmer kam konnte ich es mir nicht verkneifen, einen „witzigen“ Dialog zu beginnen. Also sagte ich zum Arzt: „Na, wie lange habe ich denn noch?“

Als ich dem Arzt ins Gesicht sah und bemerkte, dass er kreidebleich wurde und ihm alle Gesichtszüge entglitten war es an mir zu realisieren, dass dies der wohl dümmste Spruch war, den ich in diesem Moment auch nur loswerden konnte. Volltreffer – in your face! und es war mein eigenes Gesicht!

Er kam, um mir zu sagen, dass ich rechtsseitig einen Tumor in der Lunge hätte, der dringend untersucht und biopsiert werden müsse.

Mittlerweile war es schon spät am Freitagabend und ich blieb über Nacht, um gleich am nächsten Morgen in die Heidelberger Thorax Klinik (Universitätsklinikum Heidelberg) verlegt zu werden.

Es folgten unzählige Untersuchungen, erneutes EKG, CT, MRT, Röntgen, Blutabnahmen und am Montag den 07.01.2019 eine Bronchoskopie, um den Typ zu bestimmen.

Und da ist er nun, der kurzzellige, bösartige und streuende Hundesohn von Krebs. Aggressiv und schnell unterwegs. Also wurde schnellst möglich eine erste Chemo durchgeführt. In meinem Fall handelt es sich um drei Tage Chemo hintereinander, dann 3 Wochen bis zur nächsten Behandlung. Noch kann man nichts sagen, ob und wie die Behandlung anschlägt. Diese Woche Mittwoch, geht’s zur nächsten drei Tage Chemo und ich hoffe innständig, dass ich sie erneut recht gut vertrage.

Erste Prognosen der Ärzte sprechen von mehreren Monaten – weiter wollte sich noch niemand äußern. Aber ich gebe mich damit nicht zufrieden. Ich habe noch ein bisschen was vor und werde nicht den Kopf in den Sand stecken und nicht aufhören zu Hoffen und zu kämpfen.

Und schon sind wir beim Status Quo.

Fortsetzung folgt …

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