Wunder, Akzeptanz und andere Schwierigkeiten

von | 01.03.2019 | Gedankenbuch, Wenn plötzlich alles anders ist | 0 Kommentare

Immer wieder höre ich von einigen die meinen kleines Gedankenbuch verfolgen, das es großartig sei, wie ich damit umgehen würde. Doch für mich gab es nur diese Möglichkeit. Und ich will auch gar nicht hören, dass toll sei wie ich damit umgehe. ich kann einfach nicht anders. Ich habe schon immer meine Freuden, Sorgen Probleme und auch meine Dämonen mit meinen Bildern und auch meinen Texten verarbeitet. Weil es – ganz egoistisch – MIR hilft. So kann ich verarbeiten was mich beschäftigt. Anerkennung ist also völlig unnötig. Und da es mir derzeit kaum möglich ist Bildgestalterisch zu arbeiten (die rechte Schulter und der Arm sehr eingeschränkt) schreibe ich mir alles von der Seele und ab und an mal ein dokumentarisches Foto, um Situationen zu zeigen.
Doch womit ich nicht gerechnet hätte, war die enorme Anteilnahme und unzählige private Nachrichten und die unglaubliche Hilfsbereitschaft, die mir seit Beginn meines offenen Umgangs mit dem Thema entgegenschlägt.

Nicht ICH bin großartig IHR seid unglaublich!
Mir schreiben Menschen, die sich bei mir bedanken. Bedanken dafür, dass sie durch meine Gedanken feststellen, dass es auch anderen so geht wie Ihnen selbst. Sich aber bis jetzt nicht trauten darüber zu reden. Niemandem ihre vermeintliche Schwäche preis zu geben und jetzt den Mut gefasst hätten selbst mit anderen über sich und ihren Zustand zu sprechen. Das ist etwas, was ich nie erwartet hätte und auch sehr dankbar dafür bin, auf diese Art und Weise sogar noch helfen zu können.

Und ich denke, nein – ich bin sicher, ich kann das Folgende (zumindest für mich) als echtes erlebtes Wunder verbuchen:

Vorab möchte ich sagen, ich werde hier keine Namen nennen. Die Menschen, die ich meine, wissen dass sie gemeint sind. Aber ich kann nicht anfangen durch Namensnennungen irgendeine Art der Hilfe zu werten – das kann ich nicht. Jede Hilfe ist wichtig und bedeutet mir unglaublich viel und ich hätte etwas derartiges, wie es mir die letzten Wochen widerfahren ist niemals für möglich gehalten oder erwartet. Ich werde mich auch bei allen persönlich bedanken.

Ganz am Anfang waren mur zwei Menschen eingeweiht über meine Diagnose. Das genügte, damit die Wunder geschehen konnten. Es wurden Aktionen gestartet, von denen ich nichts wusste und zum Teil auch jetzt noch nicht weiß – davon bin ich überzeugt. Aus diesen Aktionen entwickelte sich eine private Spendenaktion, die immer noch kein Ende gefunden hat. Dafür erstmal ein riesen Dankeschön an alle die dabei sind! Ohne Euch hätte ich die ersten beiden Monate finanziell nicht stemmen können. Und während ich dies schreibe laufen mir die Tränen. Ich bin ganz schlecht im Hilfe annehmen und hab ein schlechtes Gewissen deswegen. Ich kann das nie wieder gut machen – wie denn?

Bekannte und Freunde Spenden von sich aus einfach so, um weiter zu helfen, kommen vorbei, kaufen für mich ein, schreiben mir Texte, malen mir Bilder, schenken mir Einkaufgutscheine, laden mich zum Frühstück ein, kommen helfen Putzen und aufräumen oder Kniffeln mit mir und all das ist so wichtig für mich. Einer oder eine hat sogar anonym eine X-Box one zu mir nach Hause geschickt! Könnt ihr verstehen, dass ich hier keine Namen nennen möchte. Es wäre immer unfair und ich würde immer jemanden vergessen, denn es ist wirklich mehr als überwältigend was IHR für mich tut!

Und genau damit komme ich wirklich nur schwer zurecht. Jeder hat heute zu kämpfen, um durch zu kommen und ihr nehmt von dem bisschen was ihr habt auch noch was weg, um es mir zu geben. Das macht mir schon schwer zu schaffen. Ich habe zwar gelernt anzunehmen. Aber dass es solche Ausmaße annehmen würde, damit hätte ich nice gerechnet und das war auch in keiner Weise die Intention meines Blogs und dem offenen Umgang mit dem miesen kleinen Scheißkerl Krebs.

Auch wenn es mir schwer fällt das alles zu verstehen oder zu verarbeiten, so fällt es mir nicht schwer EUCH ALLEN zu danken. Die ihr für mich da seid, die ihr Anteil nehmt, die ihr helft und ganz besonders Ihr, die ihr aus meinen Worten Mut schöpfen könnt für Euch selbst. Das ist für mich der allerschönste „Nebeneffekt“ der auch nicht geplant war.

DANKE

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Mein Krebs-Gedankenbuch

#fuckcancer

Die Meisten haben es ja schon mitbekommen. Ich habe Krebs. Lungenkrebs, kleinzellig und aggressiv.

Ich habe mich nun endgültig dazu entschlossen, offen mit dem Thema um zu gehen. Ich möchte, dass diejenigen, die es wissen möchten, nicht über Dritte oder Buschfunk mit „Informationen“ versorgt werden.

Hier auf meiner Homepage werde ich von nun an mehr oder weniger Regelmäßig berichten, was ich erlebe und wie ich es erlebe. Somit kann dann jeder selbst entscheiden, ob er teilhaben möchte oder nicht. Die reinen Fakten, meine Gedanken und Gefühle, Reaktionen von Freunden, Bekannten und Verwandten und Geschichten, die mir in dieser Zeit über den Weg laufen. Ich werde auch nicht rein chronologisch vorgehen. Es wird Rückblenden und Erinnerungen geben, die sich irgendwann im Laufe der Zeit und zum Thema ereigneten.

(Das Bild ist von CP Malek und ich liebe es und es passt zu mir)


Wer möchte, kann mir auch gerne schreiben.
Digital an: jko@jko-artworx.de 

Oder (ich liebe es) gerne auch noch mit der wunderbar altmodischen Post:

Jan Klug-Offermann
Louis-Goos-Str. 6
74889 Sinsheim

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